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Selbstbildnis mit fiedelndem Tod
Der Tod beugt sich über Böcklins Schulter und spielt Geige, während der Künstler mit Palette und Pinsel in der Hand zuhört.
- Böcklin hält mit Palette und Pinsel inne, während der Tod hinter ihm spielt.
- Der Maler blickt aufmerksam zur Seite und lauscht.
- Der Schädel des Todes erscheint dicht hinter dem Kopf des Malers.
- Die Geige hat eine Saite: die tiefste, auf G gestimmt.
- Knöcherne Finger erscheinen neben der dunklen Schulter des Malers.
- Palette und Pinsel bleiben während der Pause in seinen Händen.
Was zeigt das Selbstbildnis mit fiedelndem Tod?
Böcklin hält inne, einen Pinsel in der einen und eine Palette in der anderen Hand. Seine Augen wenden sich zur Seite, während sich hinter ihm ein geigendes Skelett dicht heranbeugt. Die Werkzeuge kennzeichnen ihn als Maler; die zweite Gestalt bringt die Sterblichkeit in das Selbstbildnis.
Das 1872 gemalte Werk zeigt beide Gestalten vor einem dunklen, fast leeren Hintergrund. Zwischen dem lebenden Gesicht und dem Schädel liegt wenig Raum. Warme Haut, bleiche Knochen und dunkle Kleidung lassen ihre unterschiedlichen Oberflächen besonders deutlich hervortreten.
Warum spielt der Tod die Geige?
Der Künstler wirkt aufmerksam, nicht offen verängstigt. Der angehaltene Pinsel und der seitliche Blick deuten eine Unterbrechung an, einen Moment des Lauschens. Das Bild verrät nicht genau, was er denkt, macht aber seine Aufmerksamkeit zum Teil des Themas.
Der Tod ist so nah, dass sein Schädel den Kopf des Malers beinahe zu berühren scheint. Die Geige bringt einen vorgestellten Klang in diesen engen Raum. Eine vertraute musikalische Handlung lässt die Verkörperung des Todes gegenwärtig statt fern erscheinen.
Das Museum benennt die einzige Saite der Geige als ihre tiefste, auf G gestimmte Saite. Dieses Detail verleiht der vorgestellten Musik ein bestimmtes Register. Zugleich wird das Porträt zum Bild des Hörens: Das Gesicht eines Malers reagiert auf etwas, das eine stumme Leinwand nicht hörbar machen kann.
Was bedeutet das Skelett?
Die Szene greift die Memento-mori-Tradition auf, in der ein Schädel oder Skelett die Lebenden an den Tod erinnert. Böcklin verbindet dieses vertraute Zeichen mit den Werkzeugen seines Berufs. Künstlerische Arbeit und das Bewusstsein der Sterblichkeit teilen denselben kleinen Raum.
Die Alte Nationalgalerie in Berlin, die das Gemälde 1898 erwarb, hält fest, dass Böcklin es in München malte. Er kannte die Totentanz-Darstellungen Hans Holbeins des Jüngeren und die Reste des berühmten Totentanzes seiner Heimatstadt Basel; die Ikonografie des Memento mori war ihm vertraut. (Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie)
Doch das Museum betont, dass der Maler nicht erschrickt: Er lauscht, und der Tod nimmt ihm den Pinsel nicht aus der Hand. Es deutet das Innehalten als Moment der Inspiration, als neuen Aspekt des alten Memento mori, und zitiert eine Besprechung von 1898 in der Zeitschrift Pan, die aus dem Bild kein Memento mori, sondern ein „Memento vivere“ heraushörte. (Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie)
Wie hat Böcklin das Selbstbildnis aufgebaut?
Die Dunkelheit hebt Pinsel, Palette, Gesicht und Geige hervor. Knöcherne Finger erscheinen neben der Schulter des Künstlers, nahe dem Instrument. Da keine weiträumige Umgebung den Blick ablenkt, wandert unsere Aufmerksamkeit zwischen dem Maler und der Gestalt hinter ihm.
Das Selbstbildnis verharrt in einer Pause. Böcklin hält die Mittel zur Fortsetzung seiner Arbeit in den Händen, doch in diesem Moment lauscht er. Das Bild stellt Kunstschaffen und Todesbewusstsein nebeneinander, ohne diese Beziehung in eine einfache Anweisung zu verwandeln.
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Alte Nationalgalerie · Berlin
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Offizielle Besuchsinformationen ↗Quellen und weiterführende Lektüre
- Selbstbildnis mit fiedelndem Tod — Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie
- Biografie des Künstlers: Arnold Böcklin (Wikipedia, Englisch)
- Selbstbildnis mit fiedelndem Tod (Wikipedia, Englisch)
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